Nach einer Cochlea Implantation besteht nach aktuellem Kenntnisstand ein leicht erhöhtes Risiko, an einer bakteriellen Hirnhautentzündung
(Meningitis) zu erkranken. Diese wird am häufigsten durch Pneumokokken, bei Kindern gelegentlich auch durch Haemophilus influenzae, hervorgerufen. Um eine Hirnhautentzündung zu vermeiden, wird vor einer Cochlea Implantation die Durchführung bestimmter Schutzimpfungen empfohlen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat spezielle Impfempfehlungen für Cochlea Implantat Träger herausgegeben, über die wir Sie informieren möchten.
Pneumokokken
Wer soll geimpft werden?
Die ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt die Pneumokokken-Impfung für alle Säuglinge ab dem Alter von 2 Monaten sowie für alle Menschen ab dem Alter von 60 Jahren. Ebenso wird die Impfung, unabhängig vom Alter, für Personen mit Immundefizit sowie für Personen mit anatomischen und Fremdkörper-assoziierten Risikofaktoren (z. B. Cochlea Implantat) empfohlen.
Haemophilus influenzae B (Hib)
Wer soll geimpft werden?
Die ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) empfiehlt, die Impfung gegen Haemophilus influenzae vom Kapseltyp B für alle Kinder ab dem zweiten Lebensmonat. Die Impfung besteht in diesem Alter aus einer Serie von drei Impfstoffgaben (enthalten in der sogenannten „Sechsfachimpfung“ des STIKO-Impfschemas für Kinder und Jugendliche).
Allgemeine Hinweise
Bitte zeigen Sie diese Hinweise Ihrem Hausarzt bzw. Kinderarzt zur Prüfung des Impfstatus. Wenn kein Impfschutz besteht, lassen Sie die Schutzimpfungen bitte rechtzeitig vor der Implantation durchführen.
Zeitlich sollten die Impfungen bis spätestens 2 Wochen vor der Operation durchgeführt werden, da dies dem Körper ausreichend Zeit gibt, im Vorfeld eine Schutzantwort aufzubauen. Ist dies nicht
möglich, bleibt die Impfung auch mit geringerem Zeitabstand bzw. nach der Operation sinnvoll.
Die oben genannten Impfungen schützen nur vor den genannten Erregern von Hirnhautentzündungen nach Cochlea Implantation. Sie bieten keinen absoluten Schutz und verhindern insbesondere nicht Erkrankungen, die von anderen Erregern verursacht werden.